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Titelfoto: Erlöserkirche Jerusalem, Ansicht von Süden

 

ELISABETH ROLOFF (*18. Februar 1937, †14. Dezember 2008)
ZUM 10. TODESTAG
 
Liebe Elisabeth, 
im Sommer 1979 sind wir uns zum ersten Mal in Paris begegnet.
Du hattest ein Konzert in der deutschen Kirche in der Rue blanche gespielt und danach saßen einige von den Konzertbesuchern mit Dir zusammen. Du  warst natürlich der Mittelpunkt des Abends und zugleich galt Deine Fürsorge uns jüngeren Studenten. Du gabst uns kleine Tipps zum Überleben in der Metropole und hast uns mit Deiner Heiterkeit angesteckt. 
Nach diesem Abend haben wir uns einige Male gesehen, kollegialen Gedankenaustausch gepflegt, über musikalische Fragen gefachsimpelt. 
Du warst für mich wie eine ältere Schwester, immer einige Schritte voraus.
 
Als ich zurück nach Deutschland ging, haben wir uns aus den Augen verloren und erst im Jahr 2003 bin ich Dir in Jerusalem wieder begegnet, wo ich mit einer Pilgergruppe einige Tage verbrachte.
Wir trafen uns und knüpften direkt an die Pariser Zeit an. 
Das Interesse an wichtigen Dingen, vor allem an der Musik verband uns.
 
Einige Zeit später konnte ich Dich zu einem Konzert an den Lübecker Dom einladen. Du hast die große Marcussen-Orgel wunderbar gespielt und das Instrument in dem eindrucksvollen Raum sehr genossen.
 
Wir hatten verrückte Pläne, die Idee war ein Ämtertausch für eine gewisse Zeit.
Doch dazu kam es nicht. Du riefst mich eines Tages an und fragtest, ob ich für mehrere Wochen als Dein Vertreter nach Jerusalem kommen könnte, da Dich Deine Erkrankung zur Pause zwang. So war ich im Herbst 2007 einige Zeit für Dich in der Erlöserkirche tätig.
 
In der schweren Phase Deiner Erkrankung warst Du geborgen in der liebevollen Fürsorge Deines Familien- und Freundeskreises und konntest Dich auf Dein anderes Leben vorbereiten.
Am 14. Dezember 2008 bist Du nach schwerer Krankheit gestorben. Wenige Wochen zuvor hattest Du noch im Bremer Dom Dein letztes Orgelkonzert gespielt. 
 
Bei der Ansprache zu Deiner Beerdigung am 19. Dezember 2008 auf dem Friedhof in Ummeln hat Propst Jürgen Wehrmann Dich mit den Worten zitiert: „Wenn es denn soweit ist, bitte, keine Totenklage, nichts als Lobgesang! Versinkt nicht in Trauer! Eure Herzen sollen erhoben werden zu etwas, was wichtiger ist als Trauer.“
Aber natürlich war da viel Trauer, überall, wohin die Nachricht von Deinem Tod drang, war viel Trübsinn und Bestürzung. Wir alle waren betroffen und beklagten den Verlust, Dich nicht länger bei uns haben zu dürfen.
 
Propst Wehrmann zitierte, was Du selbst dazu gesagt hast: „Ja. Ich hab ja auch so gern mit euch gelebt – aber ich krieg sie nicht aus meinem Sinn, diese eine Strophe aus dem Choral „Von Gott will ich nicht lassen“: 
Lobt ihn mit Herz und Munde,
Welch’s er uns beides schenkt;
Das ist ein sel’ge Stunde,
Darin man sein gedenkt;
Denn sonst verdirbt all Zeit,
Die wir zubring’n auf Erden.
Wir sollen selig werden
Und bleib’n in Ewigkeit.
 
Ein anderer Text war Dir auch so wichtig, die Stelle aus dem Epheser-Brief:
„Singt und spielt dem Herrn in eurem Herzen!“ (Eph 5,19)
Dein Leben lang hast Du zum Lobe Gottes gesungen und gespielt, sechsundzwanzig Jahre davon in Jerusalem! 
 
Als ich vor einigen Monaten nach Jerusalem kam, um hier als Kirchenmusiker zu arbeiten, war mir bewusst, dass an diesem besonderen Ort schon viele Menschen geholfen haben, das Lob Gottes zu singen und zu spielen. 
 
Und Du warst eine von diesen Persönlichkeiten und Du bist hier unvergessen!
Unvergessen ist, wie lange Du hier gewirkt hast, wie Du die Orgelmusik in Israel populär gemacht hast, wie Du Bachs gesamtes Orgelwerk aufgeführt hast und durch Dich die Erlöserkirche den Namen bekam: die Kirche mit der Musik.... 
 
Liebe Elisabeth, in diesen Wochen gehen meine Gedanken oft zu Dir. 
Du bist mitten in der Vorweihnachtszeit gestorben. In diesen Tagen möchten wir an Dich mit Konzerten erinnern.
 
Lass mich Dich grüßen und Dir zurufen, was wir immer so gerne singen und spielen, wie Philipp Nicolai es gedichtet und in Musik gesetzt hat zum Lobe unseres Herrn und Gottes:
 
„Gloria sei dir gesungen,
Mit Menschen- und mit Engelszungen,
Mit Harfen und mit Zimbeln schön.
Von zwölf Perlen sind die Tore
An Deiner Stadt; wir stehn im Chore
Der Engel hoch um deinen Thron.
Kein Aug hat je gespürt,
Kein Ohr hat mehr gehört
Solche Freude.
Des jauchzen wir und singen dir
Das Halleluja für und für.“
 
 
 
 
Jerusalem im Advent 2019, Hartmut Rohmeyer

ELISABETH ROLOFF (* 18. Februar 1937, † 14. Dezember 2008)

ZUM 10. TODESTAG

Liebe Elisabeth, 

im Sommer 1979 sind wir uns zum ersten Mal in Paris begegnet. Du hattest ein Konzert in der deutschen Kirche in der Rue blanche gespielt und danach saßen einige von den Konzertbesuchern mit Dir zusammen. Du  warst natürlich der Mittelpunkt des Abends und zugleich galt Deine Fürsorge uns jüngeren Studenten. Du gabst uns kleine Tipps zum Überleben in der Metropole und hast uns mit Deiner Heiterkeit angesteckt. 

Nach diesem Abend haben wir uns einige Male gesehen, kollegialen Gedankenaustausch gepflegt, über musikalische Fragen gefachsimpelt. 

Du warst für mich wie eine ältere Schwester, immer einige Schritte voraus. Als ich zurück nach Deutschland ging, haben wir uns aus den Augen verloren und erst im Jahr 2003 bin ich Dir in Jerusalem wieder begegnet, wo ich mit einer Pilgergruppe einige Tage verbrachte.Wir trafen uns und knüpften direkt an die Pariser Zeit an. Das Interesse an wichtigen Dingen, vor allem an der Musik verband uns. Einige Zeit später konnte ich Dich zu einem Konzert an den Lübecker Dom einladen. Du hast die große Marcussen-Orgel wunderbar gespielt und das Instrument in dem eindrucksvollen Raum sehr genossen. Wir hatten verrückte Pläne, die Idee war ein Ämtertausch für eine gewisse Zeit. Doch dazu kam es nicht. Du riefst mich eines Tages an und fragtest, ob ich für mehrere Wochen als Dein Vertreter nach Jerusalem kommen könnte, da Dich Deine Erkrankung zur Pause zwang. So war ich im Herbst 2007 einige Zeit für Dich in der Erlöserkirche tätig. In der schweren Phase Deiner Erkrankung warst Du geborgen in der liebevollen Fürsorge Deines Familien- und Freundeskreises und konntest Dich auf Dein anderes Leben vorbereiten.

Am 14. Dezember 2008 bist Du nach schwerer Krankheit gestorben. Wenige Wochen zuvor hattest Du noch im Bremer Dom Dein letztes Orgelkonzert gespielt. Bei der Ansprache zu Deiner Beerdigung am 19. Dezember 2008 auf dem Friedhof in Ummeln hat Propst Jürgen Wehrmann Dich mit den Worten zitiert: „Wenn es denn soweit ist, bitte, keine Totenklage, nichts als Lobgesang! Versinkt nicht in Trauer! Eure Herzen sollen erhoben werden zu etwas, was wichtiger ist als Trauer.“ Aber natürlich war da viel Trauer, überall, wohin die Nachricht von Deinem Tod drang, war viel Trübsinn und Bestürzung. Wir alle waren betroffen und beklagten den Verlust, Dich nicht länger bei uns haben zu dürfen. Propst Wehrmann zitierte, was Du selbst dazu gesagt hast: „Ja. Ich hab ja auch so gern mit euch gelebt – aber ich krieg sie nicht aus meinem Sinn, diese eine Strophe aus dem Choral „Von Gott will ich nicht lassen“: 

Lobt ihn mit Herz und Munde, welch’s er uns beides schenkt; das ist ein sel’ge Stunde, darin man sein gedenkt; denn sonst verdirbt all Zeit, die wir zubring’n auf Erden. Wir sollen selig werden und bleib’n in Ewigkeit.

Ein anderer Text war Dir auch so wichtig, die Stelle aus dem Epheser-Brief:„Singt und spielt dem Herrn in eurem Herzen!“ (Eph 5,19)

Dein Leben lang hast Du zum Lobe Gottes gesungen und gespielt, sechsundzwanzig Jahre davon in Jerusalem! Als ich vor einigen Monaten nach Jerusalem kam, um hier als Kirchenmusiker zu arbeiten, war mir bewusst, dass an diesem besonderen Ort schon viele Menschen geholfen haben, das Lob Gottes zu singen und zu spielen.Und Du warst eine von diesen Persönlichkeiten und Du bist hier unvergessen! Unvergessen ist, wie lange Du hier gewirkt hast, wie Du die Orgelmusik in Israel populär gemacht hast, wie Du Bachs gesamtes Orgelwerk aufgeführt hast und durch Dich die Erlöserkirche den Namen bekam: die Kirche mit der Musik....

Liebe Elisabeth, in diesen Wochen gehen meine Gedanken oft zu Dir. Du bist mitten in der Vorweihnachtszeit gestorben. In diesen Tagen möchten wir an Dich mit Konzerten erinnern. Lass mich Dich grüßen und Dir zurufen, was wir immer so gerne singen und spielen, wie Philipp Nicolai es gedichtet und in Musik gesetzt hat zum Lobe unseres Herrn und Gottes:

„Gloria sei dir gesungen, mit Menschen- und mit Engelszungen, mit Harfen und mit Zimbeln schön.Von zwölf Perlen sind die Tore an Deiner Stadt; wir stehn im Chore der Engel hoch um deinen Thron. Kein Aug hat je gespürt, kein Ohr hat mehr gehört solche Freude. Des jauchzen wir und singen dir das Halleluja für und für.“

Jerusalem im Advent 2019, Hartmut Rohmeyer

English:

ELISABETH ROLOFF (*18. February 1937, †14. December 2008) TO THE 10th. ANNIVERSAY OF THE DEATH

Dear Elisabeth

We first met during the summer of 1979 in Paris. You had played a concert in the German church in Rue blanche. And afterwards some of the concertgoers were sitting together with you. You were the centre of the evening, of course, but at the same time your care was addressed to us younger students. You helped us with little tips on how to survive in this metropolis and your cheerfulness was contagious. 

We met several times after that evening, had a loyal exchange of ideas and talked shop on musical issues. You were like an older sister to me, always some steps ahead. 

When I returned to Germany we lost contact. And it was only in 2003 when we met again in Jerusalem, where I was staying for a few days with a group of pilgrims. We met and tied in with our time in Paris based on our common interest in important things and music, of course. I could invite you to a concert at Lübeck Cathedral a little later. You played the large Marcussen Organ wonderfully and enjoyed the instrument and the impressive acoustics very much.We made up crazy plans – one of our ideas was to switch offices for some time.

But this never happened. One day you phoned me and asked, if I could come to Jerusalem to be your substitute for a couple of weeks, because your disease had you to go on a break. 

That is how I started working at the Church of the Redeemer for some time during autumn 2007. During this critical phase of your disease you were secure in the loving care of your family and friends and could get ready for your other life. 

You died 14th. December 2008 after severe illness. You had played your last organ concert in Bremen Cathedral only a couple of weeks before. 

When officiating your funeral on the 19th December 2008 at Ummeln cemetery Propst Jürgen Wehrmann cited you with the words: „When the time has come, please, no lamentation of the dead, only paean of praise! Do not sink into mourning! Your hearts shall be lifted up to something more important than mourning.“ But of course there was much mouning - there was dismay and sadness everywhere the news of your passing spread. We were all shocked and bemoaned the loss to no longer have you with us. 

Propst Wehrmann cited what you once said about that yourself: „Yes, I have enjoyed living among you so much – but I can’t get it out of my head this one stanza of the choral „I shall not abandon God“: 

Praise him with heart and mouth

-both of which he gave us!

It is a blessed hour

when we think of him.

Otherwise all the time is wasted

which we spend on the earth

we shall become blessed

and remain so in the eternity.

 

There is another text that was very important to you, the part from the Epistle to the Ephesians: „Joining with one another in holy songs of praise and of the Spirit, using your voice in songs and making melody in your heart to the Lord.“ (5, 19)

You have sung and played the paise of the Lord your whole life, twentysix years so in Jerusalem!

When I came to Jerusalem some months ago to work here as a church musician I was quite aware of the fact, that there have been many people helping to sing and play the praise of the Lord at this special place. You have been one of these persons and will be unforgotten here! It is unforgotten for how long a time you have been working here, how you have made organ music popular in Israel, how you have performed the complete organ works of Bach and how the Church of the Redeemer became popular as the church with music…

Dear Elisabeth, you are often on my mind these weeks. You have died amidst the pre-Christmas period. We would like to commemorate you with concerts during these days. 

Let me greet you and call out to you what we always like to sing and play, like Philipp Nicolai put it in verse and music to praise our Lord and God: 

 

Gloria” we all are singing

With earth and heav’n our voices ringing

With harp and cymbal’s clearest tone.

Twelve great pearls adorn the portals.

At your fair city we are consorts

With angels high around Your throne.

No eye has ever seen

No ear has ever heard

Such a rapture.

Our song doth go

Io, Io!

Ever in dulci jubilo.                                        

                                

 

Jerusalem during Advent 2018, Hartmut Rohmeyer

 

 

Upcoming concert

Concerts "in memoriam Elisabeth Roloff", organist of the church of the Redeemer 1982-2008

Saturday, 15.12. 2018, 8:00 pm, Church of the Redeemer
Organ Recital
Works by Johann Sebastian Bach: Parts of the "Kunst der Fuge", Choralpreludes "Nun komm, der Heiden Heiland", "Vor deinen Thron tret ich hiermit" 
Prof. Hartmut Rohmeyer, organ

Tuesday, 18.12.2018, 8:00 pm, Church of the Redeemer
Christmas Concert
Choir of the church of the  Redeemer, soloists, instruments, organ,
Motets and choir songs by baroque and modern composers,
Conductor and organ: Prof. Hartmut Rohmeyer

January:

Sunday, 06.01.2019, 12:30 pm, Church of the Redeemer
Organ Matinee
Noah Roloff plays works by Diederich Buxtehude, Johann Sebastian Bach, Johann Gottfried Walther, Felix Mendelssohn Bartholdy